Packstation – Einladung zum Betrug


Schon vor Jahren habe ich mal jemanden kennengelernt, der schlaue aber illegale Art hatte, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten: Er bestellte teuren Schmuck und ähnliches auf Rechnung bei großen Versandhäusern, und ließ die Ware zu Adressen in leerstehenden Wohnungen liefern, zu denen er sich irgendwie Zugang verschafft hatte. Bezahlt hat er dafür natürlich nicht, und Otto & Co. konnten auch nicht viel tun, da die Adresse ja nicht stimmte und so die Mahnungen ins Leere liefen.
Das schien damals wohl ganz gut zu funktionieren. Heute lässt sich diese Masche offenbar noch viel einfacher anwenden, mit Hilfe der Deutschen Post. Ein befreundeter Onlineshop-Betreiber hat mir gerade davon erzählt, dass er, und auch viele seiner Kollegen, keine Ware mehr an die von der Post momentan gehypten Packstationen liefern.
Der Grund: Sie werden für genau diese Masche genutzt. Die Empfänger zahlen sehr oft nicht. Zudem ist es wohl äußerst schwierig, überhaupt an deren echte Adressen zu kommen, da die Post diese nicht herausgeben will.
So bleiben die Versender oft auf ihren Kosten sitzen. Wenn sich das herumspricht, und niemand mehr an Packstationen versendet, werden sie wohl ziemlich schnell auch wieder verschwinden.





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19 Kommentare zu “Packstation – Einladung zum Betrug”

  1. Dirk Peter
    8. April 2005 um 15:43

    Und wie soll das funktionieren? Um die Packstationen zu nutzen muss man sich vorher mit Name, Adresse, Geburtsdatum etc. anmelden und erhält eine Kundenkarte und PIN zur Nutzung der Automaten.
    Ich bin selber seit über einem Jahr angemeldet und die Post hat meine Adresse überprüft, die Kundenkarte und PIN kam nämlich per Übergabe-Einschreiben.
    Und jetzt erklär mir mal, man das zu betrügerischen Zwecken verwenden kann!? Urban Legend sag ich nur…

  2. Dirk Peter
    8. April 2005 um 15:45

    Nachtrag: Wenn man ein Nachnahme-Paket im Automaten hat, muss man natürlich *vorher* mit EC- oder Geldkarte bezahlen, bevor das Paket ausgegeben wird. So schlau waren die von der Post auch schon…

  3. Thomas Promny
    8. April 2005 um 16:04

    Um Nachnahme geht’s natürlich nicht, aber um Bankeinzug. Da kann man das Geld ja ganz einfach zurückbuchen.
    Und natürlich hat die Post die echte Adresse, aber wie gesagt, gibt sie sie nur äußerst zögerlich raus. Auch die Banken geben nach einigem Aufwand ja Adressen an den Versender raus, wenn der Kunde das Geld zurückbucht.
    Aber das dauert alles Wochen bis Monate, bis dahin kann ein kleiner Shop schon pleite sein bzw. der Kunde meldet dann Privatinsolvenz an und es ist nichts mehr zu holen.
    Keine Legende, Realität.

  4. Dirk Peter
    9. April 2005 um 14:01

    Hmm, ganz verstehen tue ich das mit dem Rückbuchen ja noch nicht. Also das betrifft dann Lieferung auf Vorkasse? Ist das Geld nicht fix auf dem Konto des Shops, wenn es denn mal angekommen ist? Wie kann das denn wieder zurückgezogen werden? Das ist ja erstaunlich, dass die Banken so etwas ermöglichen.
    Die Post ist ja an das Post-Datenschutzgesetz (wie auch immer das genau heißt) gebunden und _darf_ aus gutem Grund Kunden-Adressen nicht einfach so herausgeben…

  5. Thomas Promny
    9. April 2005 um 14:10

    Datenschutz ist ja auch okay, aber manchmal geht er eben auch zu weit und verhindert, wie in solchen Fällen, dass man Schuldner vernünftig belangen kann.
    Zur Rückbuchung: Das geht nur beim Bankeinzug. Bei einer normalen Überweisung (also im Fall der Vorkasse) hast du so gut wie keine Chance, dein Geld wieder zu bekommen. Wenn aber von deinem Konto abgebucht wird, kannst du innerhalb einer bestimmten Frist (mindestens ein paar Tage, oder sogar Wochen) ganz einfach das Geld zurückziehen und der Versender der Ware steht erstmal ziemlich dumm da. Die Ware ist natürlich schon ausgeliefert.

  6. jan
    18. Mai 2005 um 09:31

    die frage ist auch, wer hier wen betrügt. ich stand letztens bei der packstation vor einem leeren fach. die post kann die sendung auch nicht mehr finden. leider kommt man sich dann selber wie ein betrüger vor, weil es erstmal keiner einem glaubt, dass bei dieser totsicheren packstation das fach beim öffnen leer war. ich mußte amazon daraufhin sogar eine eidelstattliche erklärung unterschreiben, dass das paket auch wirklich nicht da war. langfinger post sach ich nur…

  7. Holger
    25. Mai 2005 um 16:15

    Ich kann generell nur von der Packstation abraten. DHL scheint den logistischen Anforderungen absolut nicht gewachsen zu sein. Also bleibt lieber bei den herkömmlichen Zustellungsoptionen.

  8. Mark
    22. Juni 2005 um 17:23

    Ich habe bereits 4-5 mal “die” Packstation (Köln)erfolgreich benutzt und bin zufrieden.

    @Holger: Warum? Erfahrungen?

  9. andre
    25. Juni 2005 um 22:23

    Warum bekommt man eigentlich keinen Rabatt von DHL? Schließlich nimmt man denen doch Arbeit ab. “Am Ende treffen sich Sender und Empfänger an der Packstation und geben DHL dafür auch noch Geld.” (SZ-Magazin, Gewissensfrage)
    Funktionieren die Dinger mittlerweile?

  10. Stefan
    29. Juni 2005 um 16:25

    Noch eine Variante zum Thema: Ich wollte vor ein paar Tagen bei einer Packstation ein Päckchen abholen, bekam aber gleich zwei . wobei das eine nicht für mich bestimmt gewesen war! Die beiden lagen übrigens nicht zusammen in einem Fach, sondern ich öffnete nacheinander zwei Fächer. Ist jemandem sowas schonmal passiert?

  11. Timo
    14. Juli 2005 um 20:01

    Leute, ich hab’ noch was… heute wollte ich das erste mal aus der Packstation was abholen…. 3 Nachrichten hatte ich für 3 Sendungen…. im ersten Fach war nichts…. im zweiten ein Paket für eine andere Person… und im dritten Fach…. ein abgerissener Lieferschein für MEINE PAYBACK-Prämie- für die ich 2 JAHRE LANG BEI REAL-KAUF geshoppt habe!!! Fuck Packstation!!!!

  12. so geil
    17. Juli 2005 um 22:49

    packstation r0x0rz =) nee quatsch einfach hermes, ist eh billiger ab 3,90 biste dabei… bzw. 5,90 für größere pakete

    goil ne?

  13. Stefan
    9. August 2005 um 15:13

    Nochmal Hallo! Jetzt hatte ich nach der Aktion vom 29.06. (siehe oben) schon wieder Ärger mit der Packstation! Da ich als Journalist für ein Stadtmagazin schreibe, überlege ich mittlerweile ernsthaft, mal einen Beitrag zu dem Thema zu verfassen. Dafür würde ich gerne viele dieser Geschichten über schlechte Erfahrungen mit den Stationen sammeln. Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viele Leute zu dem Thema bei mir melden würden: sh@stuz.de Danke!
    Stefan

  14. Come on FC
    15. August 2005 um 12:29

    Hallo zusammen, verstehe die ganze Aufregung nicht… da lässt sich die Post/ DHL mal was einfallen, was nicht nur innovativ ist, soondern auch einen praktischen Nutzen bringt… Ich find’s total super und hatte bisher auch nie Probleme. Und zum Thema ganz oben: Die Versender können die Zahlungsmöglichkeit bei Versand an Packstation doch auf Nachnahme beschränken, dann sind sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite!

  15. Sascha
    31. Oktober 2005 um 17:23

    @Timo, YES FUCK THE DHL!
    @Stefan, habe Dir bereits Infos via E-Mail gesendet

    Bei mir öffnete sich auch ein leeres Fach. Das war am 02.09.05 seitdem telefoniere ich mit der DHL und dem Absender O2, wo mein Handy abgeblieben ist. Ich habe bereits Mails geschrieben, eine eidestatliche Erklärung unterschrieben und den DHL-Zusteller zur Rede gestellt. Aber die DHL besteht darauf, dass das Paket abgeholt wurde. Aber in Wirklichkeit rennt jetzt so ein DHL-Penner mit meinem Handy rum…

    Falls jemand ähnliche Probleme hat, der kann sich gerne via Mail an mich wenden, da ich nicht aufgeben werde. Nieder mit der Packstation!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  16. Sascha
    31. Oktober 2005 um 17:30

    Da meine Mail nicht angezeigt wird, hier noch mal zum mitschreiben:
    sascha.schloifer@vollblut-event.de

  17. Anna
    14. Oktober 2008 um 06:37

    Hallo. Ich habe auch so eine tolle Geschichte auf Lager: Hatte letzten Samstag nen Zettel im Briefkasten, dass mein Paket in der Packstation ist(geklingeklt hat keine alte Sau, so nach dem Thema: kein Bock jetzt 4 Stockwerke hochzulaufen..) Ich geh also hin, lese den Barcode ein, Antwort des Automaten: es liegt keine Sendung für sie vor. Ich drücke den Hotline-Button, darauf sagte man mir, ich solle es morgen nochmal versuchen. Habe ich gemacht. Am nächsten Tag wieder nichts. Also wieder Hotline- Button gedrückt. Dann höre ich : Ich weiss nicht wo ihr Paket ist. Das reklamieren wir mal. Auch ließ ich mir einmal von einem Freund paar alte rare CD´s schicken, die es nicht mehr zu kaufen gibt(war unversicherter Versand, aber trotzdem)Keiner hat geklingelt. Was macht der Postbote? Legt das Paket einfach auf den Briefkasten und geht. Nur durch Zufall habe ich es bemerkt. In meinem Block wohnen nicht gerade vertrauenswürdige Menschen.. Tz Tz.. Da kann ich nur den Kopf schütteln… Soviel Dummheit kann nur wehtun….

  18. Thomas
    17. Mai 2009 um 21:05

    Ich wurde gerade betrogen. Zwar wurde mit meinem Namen eine Bestellung gemacht und zu einer Packstation geschickt bei der es der Betrüger dann abholte. Die Rechnung bekam ich. Was soll ich jetzt tun? Ich total geschockt. Ich habe den Versandhaus (Reichelt) geschrieben dass ich das nicht bestellt habe. Die wollen den Betrag trotzdem von mir und haben ein Inkaso unternehmen eingeschaltet.

  19. ad-data´s Produktvorstellungen & Infos
    5. Juli 2009 um 12:48

    Vorsicht: Betrug mit Packstation-Adresse möglich…

    Die Geschichte ist nicht neu. Den ältersten Artikel zum Thema Betrug mit Packstationen, den wir bei unserer Recherche gefunden haben, stammt aus dem Jahr 2005. Dennoch ist das Thema immer noch aktuell.

    Leider – denn wir müssen manchmal unseren Kund…

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