Deutschland – nicht mehr als ein Onlineshopping-Entwicklungsland


Da ich gerade umgezogen bin und dadurch wenig Zeit hatte, habe ich in den letzten Wochen besonders viel online geshoppt. So sehr ich das auch mag, weil es einfach praktisch ist und meistens ja auch funktioniert, so sehr nervt es mich doch auch, wenn Großunternehmen mit jahrelangen Internet-Erfahrungen noch immer Anfängerfehler machen.
Nicht dass ich hier Geschichten erzählen will wie “mit dem Safari-Browser auf nem Mac von 1997 sind da 2 Pixel verschoben”, nein, es geht um grundlegende Funktionaltität. Ich benutze einen Internet Explorer 6 mit aktuellen Sicherheitspatches, mit Javascript aber ohne Active X.

Fangen wir an: Die Seite von Rossmann lässt sich ohne “www.” nicht aufrufen. Toll. Dann suche ich da bestimmt eine halbe Stunde lang Artikel zusammen und packe für über 100 Euro den Warenkorb voll. Dann erstelle ich einen Benutzeraccount und… man glaubt es nicht, aber es ist wahr: Mein Warenkorb ist plötzlich leer, ohne dass ich das Fenster geschlossen hätte. Keine Ahnung, wie das passiert ist, keine Chance, die mühsam zusammengesammelte Artikelkollektion wieder herzustellen. Bei Rossmann bestelle ich so schnell nicht wieder.

Gehen wir weiter zum nächsten Shop: OTTO weigert sich noch immer, Cookies zu benutzen. Wenn man also mal kurz eine Rauchen geht, ist der Warenkorb plötzlich wieder leer. Hier weiß ich wenigstens, wie und warum es passiert: Die Session ist nach 15 (?) Minuten abgelaufen und dadurch der Warenkorb weg. Auch alles andere als zeitgemäß und nutzerfreundlich. Ich hätte gern einen Keks!

Als Alternative zu Rossmann bietet sich Schlecker an. Mieses Design, total unverständliche Struktur, inkonsequente Navigation aber: Es funktioniert. Bestellung geht einwandfrei per Bankeinzug und die Lieferung ist schnell und vollständig. Also nicht schön, aber immerhin benutzbar.

Dazu noch ein paar weitere, nicht weiter erwähnenswerte Shops, die man üblicherweise über Preisvergleichsdienste findet. Sie alle haben das gleiche Problem: Sie bieten keine vernünftigen Zahlungsmöglichkeiten. Die meisten lassen mir nur die Wahl zwischen Vorkasse (kommt nicht in Frage) und Nachnahme. Letzteres bedeutet, mal eben 2.000 Euro in Bar da zu haben, wenn die Lieferung kommt. Irgendwie ziemlich unpraktikabel.





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