Am Ende des Öls
Die maximale Öl-Fördermenge ist erreicht. Schon dieses Jahr oder aber sehr bald. Danach geht’s bergab. Das behauptet jedenfalls Chevron, das jetzt auch mit einer Webseite an den Start geht, die Verbraucher zum sparen ermutigen soll. Klingt ebenso unwahrscheinlich als würde Coca Cola davor warnen, dass ihre eigenen Getränke dick machen und man lieber nicht so viel davon trinken sollte.
Aber nur auf den ersten Blick: Wenn sogar einer die größten Konzerne nun zum Sparen aufrufen, wird auch der letzte Zweifler glauben, dass es mit dem Öl ernsthaft zuende geht. Wovon natürlich die Öl-Industrie profitiert, denn die Preise werden in astronomische Höhen steigen.
Ob die unmittelbar bevorstehende Ölknappheit nun echt ist oder nicht: Das Wahlkampfgemecker durch alle Parteien über die bösen Spekulanten, die die Ölpreise in die Höhe treiben, nervt. Öl ist nun mal ein Rohstoff, der sehr billig zu fördern ist, für den aber auch eine riesige Nachfrage besteht. Also richtet sich der Preis in erster Linie danach, was die Abnehmer des Öls bereit sind zu zahlen. Alles andere wäre Kommunismus.
Auf der anderen Seite führt der steigende Ölpreis aber zu einer sehr erfreulichen Entwicklung: Regenerative Energien, die bisher nur mittels hoher Subventionen genutzt werden konnten, werden plötzlich rentabel. Solarenergie und Windkraft sowie Erdgas-, Hybrid- und Elektrofahrzeuge werden sich durchsetzen. Umso schneller, je schneller der Ölpreis steigt.
Sobald derartige Techniken am Massenmarkt funktionieren, wird auch genügend Geld aus der echten, und nicht der Subventionswirtschaft, für Weiterentwicklungen bereitstehen und die Techniken werden noch schneller weiterentwickelt.
Dieser Prozess braucht auch keine Grüne Partei: Die heutigen Ölkonzerne werden sicher nicht so blind in die Zukunft laufen, dass sie eines Tages plötzlich ohne Öl und ohne Umsatz dastehen. Sie werden sich zu Energiekonzernen wandeln, sie sind schon heute auf dem Weg da hin. Genügend Geld, um diese Entwicklung zu finanzieren, verdienen sie ja momentan und in den nächsten Jahren wohl auch nicht weniger.
Sollte also wirklich der Markt und der technische Fortschritt das Energieproblem lösen? Ich zumindest bin davon überzeugt.
Thomas Promny bei Google+ folgen





15. September 2005 um 13:53
Hallo Thomas,
halte das Ding für viel zu teuer im Moment. Sicher wird Öl knapper…aber das aktuelle Preisniveau ist von sehr viel Angst und Übertreibungen geprägt.
Bezeichnend ist, dass die in Deutschland tätigen Mineralölfirmen letzte Woche nur rund 50 Prozent der vom Erdölbevorratungsverband angebotenen Notfall-Reserven gekauft haben…und die Mineralölfirmen sind Insider. Wenn die das Zeug zu dem Preis nicht haben wollen, warum soll ich dann an die Tanke fahren?
Die fast schon panische Mineralöldiskussion habe ich zum Anlass genommen, um meinen eigenen Blog zu eröffnen. Bei http://www.trend4c.de werde ich über Trends bloggen.
Meinen ersten Beitrag zu Öl findest Du hier:
http://www.trend4c.de/2005/09/15/ol-langweilt-mich/
Gruß,
Juergen
15. September 2005 um 14:08
Sicher ist der aktuelle Preis von der Angst geprägt, dass wir wirklich schon auf dem Peak des Fördervolumens sind. Wenn es stimmt, ist die Angst und der hohe Preis meiner Meinung nach sehr berechtigt.
Ob das stimmt oder nicht, werden wir wohl nie mit Sicherheit erfahren, bzw. erst im Nachhinein.
9. Dezember 2005 um 19:57
Ein Airbus A-380 wird für eine Einsatzzeit von 40 Jahren konzipiert. BOEING wird sicherlich nachziehen und ein Konkuzzenzmodell anbieten,- und die bauen auch keine “Einweg-Flieger”.
Also:
Entweder ist es eine Lüge, dass die Ölreserven bald erschöpft sind-
Oder die Konzerne sind wirklich extrem kurzsichtig-
Oder sie kalkulieren damit, dass sie nach einem verheerenden Krieg um die letzten Ressourcen auf der Gewinerseite stehen,- dann würde das letzte Bischen Öl auch länger reichen…