Pagination-Usability


Folgendes hat sicher jeder schon mal erlebt, wenn auch nicht bewusst: Wir sind als Käufer in einem Shop unterwegs. Auf einer bestimmten Kategorieseite finden sich hunderte von Einträgen, die wir überblicken wollen. Wir scrollen über die Seite bis ans untere Ende und suchen dort nach dem Link zur nächsten Seite mit der Fortsetzung der Artikelliste.
Doch was finden wir? Äußerst selten einen gut anklickbaren Link, der uns einfach zur nächsten Seite führt.
Das ist aber genau die Funktion, die die meisten Nutzer dort brauchen. Bei Gimahhot haben wir den Effekt gemessen. Nach dem Klick auf einzelne Produkte auf der ersten Seite, ist der Link zur zweiten Seite eindeutig das wichtigste Navigationselement einer solchen Kategorieseite.

Hier ein paar schöne Negativ- und Positivbeispiele

Auf der linken Seite durch die Bank winzig kleine anklickbare Flächen. Teilweise mit nicht mehr als 5 Pixel Höhe und Breite. Kein Problem für den Entwickler, der den Quatsch gebaut hat. Die sind ja auch geübt im exakten Navigieren mit der Maus.
Aber Durchschnittsnutzer sind das nicht und haben ernsthafte Schwierigkeiten so winzige 8-Pixel-1-Zeichen-Textlinks anzuklicken.

Auf der rechten Seite dagegen positive Beispiele von Gimahhot und redir.ec. Sehr große anklickbare Buttons statt nur Textlinks. Zudem liegt hier der Fokus nicht auf den Seitenzahlen sondern links bzw. darüber befindet sich ein separater “nächste Seite” Button. Denn, wie gesagt, das ist die Funktion, die die Nutzer an der Stelle brauchen.
Dass sich jemand auf Seite 1 befindet und Seite 8 anklickt, passiert so gut wie nie.

Fazit

Öfter mal die SEO-Brille abnehmen. Blätternavigationen sind nicht nur für Google da.
Und mal älteren, weniger professionellen Nutzern über die Schulter schauen. Die haben viel mehr Probleme mit exakten Mausbewegungen als man denkt, wenn man mit der Maus in der Hand aufgewachsen ist.





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11 Kommentare zu “Pagination-Usability”

  1. Thilo
    3. September 2009 um 23:53

    Thomas, jetzt hast du mich aber in meiner Ehre verletzt. Hast du doch meinen Shop – den ich mit meinen eigenen Händen gebaut habe – als Negativ-Beispiel aufgelistet.

    Denn eigentlich habe ich damit gerechnet, dass ich es mitunter mit Grobmotorikern zu tun habe. Zum Blättern gibt’s auch einen großen “Vorwärts”- und “Rückwärts”-Link, sollte jeder treffen können.

    Aber um mal den Ball zurück in dein Feld zu spielen. Wenn ich in der Gimahhot-Kategorie Computer & Software mal auf Seite 2153 springen will – nur mal so um zu schauen was da so ist? :P

  2. Thomas Promny
    3. September 2009 um 23:57

    :-) Sonst ist Misterspex ja usabilitymäßig fast gut. Hab vorhin sogar bei euch bestellt.

  3. Holger
    4. September 2009 um 03:21

    Richtige Beobachtung. Was auch besonders nervt ist der Umstand, wenn der Button oder das Navigationselement, das zur nächsten Seite führt, viel kleiner ist als der Button, der zur letzten Seite führt. Gutes Beispiel ist, wenn “>” für die nächste und “>>” für die letze Seite benutzt wird. Da treffe selbst ich manchmal “>>”, obwohl die Feinmotorik noch funktioniert. Doch wer will schon z.B. von der ersten Seite kommend anstatt zur zweiten auf die letzte Seite springen? Niemand!

  4. Gretel
    4. September 2009 um 15:05

    Hi Thomas, danke für die Beispiele.
    Sehe ich auch viel zu oft, vor allem das Quelle-Beispiel ist extrem unkomfortabel. Allerdings finde ich redi.rec schon ziemlich krass groß. Kommt aber auch immer auf die anderen Inhalte an.
    Wie hälst Du es in Bezug auf Paginierung oberhalb der Liste? Hast Du da auch Erfahrungen (gleich wie unten, anders als unten, gar nicht??)

  5. Andreas Stephan
    5. September 2009 um 18:06

    Netter Artikel.
    Endless Scrolling oder ein “more” Link tut es doch aber auch,oder? Wen interessiert schon “Seite 11″? Ansosnten reicht mir tatsächlich auch der “nächste Seite” Button

    Finde es jedenfalls auffällig, dass sowohl Twitter als auch Facebook keine traditionelle Pagination kennen (was allerdings auch einfache Performancegründe haben kann…)

  6. Thomas Promny
    7. September 2009 um 09:59

    Endless Scrolling ist auch cool, kann gut sein, dass das auf lange Sicht noch viel besser ist als Pagination.
    ABer solang mal die Blätterfunktion musst, sollte man sie wenigstens ordentlich machen, meine ich.

  7. Martin Siegel
    8. September 2009 um 16:25

    Endless Scrolling hat halt den Nachteil, dass die Ladezeiten hochgehen. Man bedenke nicht jeder hat > 6k DSL zu Hause und wie lange soll es dann dauern, bis alle Artikel geladen sind? Du Pagination kann man das Laden irgendwo abkürzen – daher für mich trotz alter Tradition immernoch am sinnvollsten.

  8. Projekt für 2010 – Inspirationen zur Optimierung des Onlineshops » Anzeige, Navigation, Inspiration, Call, Kunden, Hier » e-commerce-blog.de
    23. Dezember 2009 um 09:58

    [...] Blätterbuttons in Kategorien [...]

  9. Michael Vieten
    23. Dezember 2009 um 13:34

    Mir gefallen die Lösungen rechts auch besser als die auf der linken Seite. Grundsätzlich ist es aber immer ein Balanceakt, die Aufmerksamkeit des Kunden auf das gewünschte Element zu lenken. Man will auch nicht die Aufmerksamkeit vom Produkt auf die Steuerelemente ablenken. Die Ideallösung wären dynamische Steuerelemente, die “wissen”, wann sie gebraucht werden. Der Link zu einem leeren Warenkorb müßte z.B. weniger auffällig sein, als der eines gefüllten Warenkorbs.

  10. Martin Labuschin
    7. Januar 2010 um 10:50

    http://sortfolio.com/
    Die Betreiber 37signals haben sehr gut begründet, warum gerade bei einer großen Masse von vergleichbaren Produkten etc. Endless scrolling perfekt ist: Gerade wenn man sich aus einer großen Auswahl sich Dinge herauspicken möchte, hilt es, alles auf einer Seite zu haben. So kann man immer wieder hoch- und herunterscrollen ohne darüber nachzudenken “War der tolle blaue Schuh nun auf seite 5 oder 6?”

  11. BAB
    1. Mai 2010 um 12:52

    Sicher bleibt es immer schwierig wo man den Focus des Besuchers hinlenkt. Eine Überlegung wäre sicher die ganze Navigation in einem Farbstil den man sonst nicht weiter verwendet zu halten. Schließlich weiß ja auch jeder dass auf der Straße Hinweisschilder blau sind. Dann ist die Größe nur ein Kritierium. Und wenn der User die Navigation sucht, kann er nach der Farbe filtern und findet sich so sicher schneller zurecht.

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