Der Unterschied zwischen Business Angels, Inkubatoren und Company Buildern
Jeder wird ja regelmäßig gefragt, womit er eigentlich seinen Tag verbringt. Besonders schwer verständlich scheint das bei Leuten wie mir zu sein. Deswegen versuche ich das hier mal ein bisschen zu sortieren, was ich mache ich was nicht. Das einfachste vorweg: Ich investiere nicht mehr in bestehende Unternehmen. Das habe ich früher auch ausprobiert, aber hat aus verschiedenen Gründen nicht so viel Spaß gemacht.
Was ich mache: Ich gründe selbst regelmäßig neue Unternehmen, helfe Sie aufzubauen, aber befinde mich dabei nie in einer operativen Rolle sondern agiere immer nur als Gesellschafter.
Im folgenden ein Versuch zur Definition und Unterscheidung der unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Bereich der professionellen Unternehmensgründer und -finanzierer.
Was ich nicht bin: Business Angel
Business Angels investieren als Einzelpersonen in frühen Phasen in von bestehenden Teams initiierte Unternehmen. Dabei sind sie meistens in erster Linie Geldgeber, wenig involviert in die weitere Entwicklung und haben dementsprechend nur kleine Anteile am Unternehmen. Zudem hat sich in Deutschland irgendwie die Unsitte etabliert, dass jeder Student ohne irgendwelche Erfahrung die Bewertung seines Startups pauschal mit 1 Mio. € ansetzt. Aus meiner Sicht eine viel zu hohe Bewertung und der Hauptgrund für mich, warum ich Angel Investing nicht als sinnvolles Business ansehe.
Wenn man es als Philanthropie und Nachwuchsförderung betrachtet, ist das Business-Angel-Dasein natürlich trotzdem sehr nützlich und unterstützenswert.
Was ich auch nicht bin: Inkubator
Inkubatoren sind professioneller aufgestellt als Business Angels und bieten den jungen Startups nicht nur Anschubfinanzierung sondern auch noch Infrastruktur in Form von Büroräumen und teilweise auch Unterstützung in anderen Geschäftsbereichen wie Finanzen, Marketing, Technologie u.ä.
Beispiele für Inkubatoren sind Hanse Ventures oder das große Vorbild Y Combinator in den USA. Dafür beanspruchen die Inkubatoren einen deutlich größeren Anteil des Unternehmens für sich und ihre Value Proposition besteht in erster Linie darin, die Erfolgswahrscheinlichkeit des inkubierten Unternehmens deutlich zu steigern.
Was ich mache: Company Building:
Ich betrachte mich selbst als Company Builder. Ähnlich wie Inkubatoren helfen auch Company Builder in allen Phasen des Aufbaus und Wachstums mit und führen idealerweise ihre Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg. Der wesentliche Unterschied zum Inkubator liegt aus meiner Sicht in der Initiative: Während Inkubatoren meistens Geschäftsmodelle entwickeln, die von (halb-)fertigen Teams an sie heran getragen wurden, geht die Initiative, welche Art von Unternehmen gebaut werden, beim Company Builder von ihm selbst aus. Der Aufwand des Company Builders umfasst demzufolge zusätzlich auch noch das Recruiting des passenden Management-Teams. Dafür hat man – meiner Erfahrung nach – eine höhere Wahrscheinlichkeit, sinnvolle Unternehmen zu bauen. Aber natürlich können diese auch nur so schlau sein, wie es der Company Builder ist und sicher gibt es auch dort gute und schlechte.
Erfolgreiche Company Builder in Deutschland sind neben dem Platzhirschen Rocket Internet Project A oder Team Europe.
Da all diese ihren Job ziemlich gut machen und in erster Linie B2C-Geschäftsmodelle entwickeln, wird dort die Luft mittlerweile ziemlich dünn und die Konkurrenz hart. Deswegen fühle ich mich ganz wohl mit Velvet Ventures, das auf die B2B-Online-Marketing-Nische spezialisiert ist. Dabei versuche ich, im Online-Marketing immer möglichst früh neue Trends zu erkennen und zu diesen passende Geschäftsmodelle aufzubauen. Dabei helfen mir OnlineMarketing.de und auf die d3con Konferenz als Plattformen für die Branche.
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