Crowdfunding-Hype: Take the money and run!


VollgasIn den letzten Monaten sprießen Crowdfunding-Plattformen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden. Neben dem Vorreiter Seedmatch gibt es mittlerweile wohl fast ein Dutzend Nachahmer im deutschsprachigen Raum. Aus Sicht der Startups, insbesondere angesichts des schwierigen VC-Markts in Deutschland, ist das eine gute Entwicklung. Sie bekomme einen zusätzlichen Kanal, über den sie Geld von vielen kleinen Privatinvestoren einwerben können, statt wenige große Kapitalgeber zu finden, wie es bisher üblich und „in Handarbeit“ anders auch nicht zu organisieren war.
Von Seiten der kleinen Privatinvestoren scheint es auch ausreichend Interesse zu geben. Die Quote der Finanzierungsangebote auf den Crowdfunding-Plattformen, die tatsächlich das benötigte Kapital einsammeln, ist nicht schlecht. Doch wird das auch so bleiben?

Höheres Risiko + schlechtere Erträge als VC = schlechtes Geschäft

Ich glaube nicht, dass es Crowdfunding in 2-3 Jahren noch geben wird. Auch wenn ich das schade finde, sehe ich einige wichtige Punkte, die den dauerhaften Erfolg einer solchen Form der Unternehmensfinanzierung unmöglich machen.
Zunächst mal sehe ich die Adverse Selection als großes Problem: Bei den Crowdfundern landen alle Startups, die bei VCs und Business Angels abgeblitzt sind. Das dürfte im Durchschnitt und auf lange Sicht kaum ein Indikator für überdurchschnittliche Qualität sein.
Die Crowdfunding-Anbieter treffen natürlich auch eine Auswahl und lehnen den ganz großen Unsinn ab. Aber da sie kein eigenes Geld investieren und nur eine Vermittlungsprovision erheben auf das eingeworbene Kapital bei erfolgreicher Finanzierung, haben sie natürlich ein großes Interesse, auch mittelmäßig erfolgversprechende Projekte zur Finanzierung auf ihren Marktplätzen anzubieten.

Erträge im Erfolgsfall begrenzt

Ein weiterer wichtiger Grund, warum ich nicht glaube, dass Crowdfunding für Investoren ein gutes Geschäft sein kann, ist die Tatsache, dass die Erträge im Erfolgsfall begrenzt sind.
Im Fall des Misserfolgs, also der Insolvenz des Startups, ist das Investment weg, das gilt gleichermaßen für herkömmliches Risikokapital wie auch für das Crowdfunding.
Im Erfolgsfall allerdings gibt es erhebliche Unterschiede: Klassische Investoren wie VCs oder Business Angels sichern sich mit Kapitalbeteiligung und oft auch noch Liquidationspräferenzen ab, um im Fall des mittleren bis großen Erfolgs der Beteiligung ihr eingesetztes Kapital auf jeden Fall zurück zu bekommen und idealerweise zu vervielfachen.
Die Geschichte dieses Geschäfts zeigt, dass die wenigen großen Erfolge und ihre Vervielfachung des eingesetzten Kapitals notwendig sind um, angesichts der hohen Quote von Misserfolgen, das Geschäft insgesamt überhaupt halbwegs profitabel zu machen.

Die Crowdfunding-Anbieter dagegen vermitteln, insbesondere aus Gründen der Kapitalmarktregulierung in Europa, keine echten Kapitalbeteiligungen sondern entweder stille Beteiligungen oder andere komplizierte Darlehenskonstruktionen, die im Erfolgsfall relativ hoch verzinst werden.
Gemeinsam dürften diese Varianten eines haben: Sie bringen im Fall eines großen Erfolgs weit weniger Return als es eine Kapitalbeteiligung getan hätte. Im Übrigen sieht man beispielsweise auch der Informationsseite von Seedmatch zum Thema Returns an, dass die Plattform kein besonders großes Interesse an Transparenz zu diesem Thema hat. Dort sind keinerlei Details zu finden, was der Investor bei welchen Exiterlösen tatsächlich bekommen könnte.

Gibt’s denn auch Vorteile?

Der einzige Vorteil, den ich für Investoren gegenüber herkömmlichen Business-Angel-Beteiligungen sehe: Die Unternehmen erwarten von den Investoren keine ernsthafte Unterstützung und der Beteiligungsprozess ist stark vereinfacht, erfordert also vom Investor keinen juristischen Aufwand, wenn er denn der Plattform und ihren Konditionen vertraut. An dem Punkt wird das Geschäft der BAs ja meistens, wenn es überhaupt profitabel ist, eines mit im Durchschnitt sehr schlechtem Stundenlohn, wenn der Aufwand des Abschlusses der Beteiligung und der meist jahrelangen Betreuung des Unternehmens einkalkuliert wird.

Die Nachteile überwiegen deutlich

Angesichts der eklatanten Nachteile und geringen Vorteile des Crowdfunding für die Investoren, was wird passieren? Heute schwimmt die Branche von Seedmatch & Co. auf einer Welle der positiven PR. Autoverkäufer und Hausfrauen, die in der BILD von Oli Samwer gelesen haben, wollen auch endlich mit dem Internet reich werden und stecken ihr Geld auf diesem Weg in Startups. In den nächsten 1-2 Jahren werden allerdings reihenweise crowdfinanzierte Unternehmen pleitegehen. Um das zu behaupten, muss man kein böser Prophet sein. Das sagt ja einfach die Erfahrung, dass mehr als die Hälfte der Gründungen scheitern. Also werden hunderte oder gar tausende der Kleininvestoren ihr Geld verlieren und die PR-Welle in die andere Richtung umschlagen und schließlich sich niemand mehr finden, der zu den aktuellen Konditionen via Crowdfunding in Startups investieren will.

Aus Gründersicht kann man also sagen: Solange das Crowdfunding funktioniert, macht mit. Aber rechnet nicht damit, dass es das in 2-3 Jahren noch tun wird.

Take the money and run!





Thomas Promny bei Google+ folgen

 
 
 

33 Kommentare zu “Crowdfunding-Hype: Take the money and run!”

  1. Pelle
    19. März 2013 um 13:40

    Hasse Recht, Schatz!

  2. tenyako
    19. März 2013 um 13:59

    Naja die Begrenzung der Auszahlung im Erfolgsfall die bei einem Anbieter recherchiert wurde sollte eventuell nicht gleich zur Sippenhaft des ganzen Marktes dienen… Aber gute Themen und Punkte die auf jeden Fall auf die Agenda gehören.

  3. Dominic Thimm
    19. März 2013 um 14:21

    Gab es schon mal eine richtige Erfolgsgeschichte durch Crowdfunding sowohl für Investor als auch für Gründer?

  4. Rainer Dechet
    19. März 2013 um 16:24

    Danke, für den artikel, Tom … Da es ja kein richtig oder falsch gibt, gebe ich dir auch zum teil recht. Aber wennst dir die crowdfinanzierten deals anschaust, gilt (wie überall) die 80/20 – regel und dieses gilt auch für den crowdfundinganbieter. Das problem ist wie eh und je: wenn sich ein unternehmen (egal welches) nicht binnen jahren internationalisieren kann, weil es das business model (von vornherein) einfach nicht zulässt, ist es verlorene (liebes)mühe.

  5. Frederik Fleck
    19. März 2013 um 16:52

    Schau Dir mal thefundersclub.com an. Das ist keine Lemon Auswahl mehr.

  6. Karsten Wenzlaff
    19. März 2013 um 17:19

    >Zunächst mal sehe ich die Adverse Selection als großes >Problem: Bei den Crowdfundern landen alle Startups, die bei >VCs und Business Angels abgeblitzt sind. Das dürfte im >Durchschnitt und auf lange Sicht kaum ein Indikator für >überdurchschnittliche Qualität sein.

    Das ist empirisch nicht belegt. Start-Ups wie Sugarshape hatten VC-Angebote, aber sind den Weg des Crowdinvestings gegangen, weil die Marketing-Aspekte von Crowdfunding sehr wichtig sind.

    Auch Unternehmen wie livekritik.de hätten klassische VCs vielleicht gar nicht interessiert, weil der Exit via PO oder Verkauf gar keinen Sinn macht für das Unternehmen.

    Schlussendlich gibt es Technologieunternehmen wie Carzapp oder Sonnenrepublik, die über Crowdinvesting sich eine Wachstumsfinanzierung besorgen können, ohne einem BA oder einem VC besondere Zugriffsrechte einräumen zu müssen.

    >Die Crowdfunding-Anbieter treffen natürlich auch eine >Auswahl und lehnen den ganz großen Unsinn ab. Aber da sie >kein eigenes Geld investieren und nur eine >Vermittlungsprovision erheben auf das eingeworbene Kapital >bei erfolgreicher Finanzierung, haben sie natürlich ein >großes Interesse, auch mittelmäßig erfolgversprechende >Projekte zur Finanzierung auf ihren Marktplätzen anzubieten.

    Das ist nur zum Teil richtig. Die Plattformen sollen keine große Auswahl übernehmen, das macht ja die Crowd. Aber keine Plattform hat ein Interesse darzustehen mit vielen nicht-finanzierten Projekten. Insofern wird da sehr viel im Vorfeld beraten und diskutiert, wie man das CF-Projekt verbessert und ob das Geschäftsmodell zum Crowdfunding passt.

    >Ein weiterer wichtiger Grund, warum ich nicht glaube, dass >Crowdfunding für Investoren ein gutes Geschäft sein kann, >ist die Tatsache, dass die Erträge im Erfolgsfall begrenzt >sind.

    Für die wenigsten Investoren ist das der Sinn von Crowdinvesting. Wer bei Companisto 5 Euro in ein Start-Up investiert und damit einen Anteil von 0,00063% erwirbt, erwartet nicht der nächste Facebook-Milliardär zu werden.

    Wie kommst Du darauf, dass aber die Erlöse nach oben begrenzt sind?

    >Im Fall des Misserfolgs, also der Insolvenz des Startups, >ist das Investment weg, das gilt gleichermaßen für >herkömmliches Risikokapital wie auch für das Crowdfunding.

    Richtig, aber das gilt für alle Formen der Finanzierung. Da es noch keinen echten Marktplatz für Crowdinvestment-Anteile gibt, kann man die Anteile auch (noch) nicht weiterverkaufen. Insofern ist bei Crowdinvesting geparktes Geld erstmal nicht so einfach wieder zurückzuholen.

    >Im Erfolgsfall allerdings gibt es erhebliche Unterschiede: >Klassische Investoren wie VCs oder Business Angels sichern >sich mit Kapitalbeteiligung und oft auch noch >Liquidationspräferenzen ab, um im Fall des mittleren bis >großen Erfolgs der Beteiligung ihr eingesetztes Kapital auf >jeden Fall zurück zu bekommen und idealerweise zu >vervielfachen.

    Deine Annahme, dass Crowdinvestoren genau so denken wie VCs lässt sich empirisch nicht bestätigen. Es kann sein, dass einige so denken, aber sicherlich nicht wer mit 5 Euro oder 250 Euro da rein geht.

    >Die Geschichte dieses Geschäfts zeigt, dass die wenigen >großen Erfolge und ihre Vervielfachung des eingesetzten >Kapitals notwendig sind um, angesichts der hohen Quote von >Misserfolgen, das Geschäft insgesamt überhaupt halbwegs >profitabel zu machen.

    Die Frage ist doch, was für einen Crowdinvestor profitabel ist. Will er 10% Rendite? Oder reicht ihm, wenn das Geld zurückbekommt, er aber Unternehmen unterstützt, die er für toll findet?

    >Die Crowdfunding-Anbieter dagegen vermitteln, insbesondere >aus Gründen der Kapitalmarktregulierung in Europa, keine >echten Kapitalbeteiligungen sondern entweder stille >Beteiligungen oder andere komplizierte >Darlehenskonstruktionen, die im Erfolgsfall relativ hoch >verzinst werden.

    Es gibt unterschiedliche Modelle: stille Beteiligungen, partiarische Nachrangdarlehen, Genossenschaftsmodelle, Fondsmodelle. Die sollte man nicht über einen Kamm scheren in der Bewertung.

    >Gemeinsam dürften diese Varianten eines haben: Sie bringen >im Fall eines großen Erfolgs weit weniger Return als es eine >Kapitalbeteiligung getan hätte.

    Falsch. Denn als VC oder BA steckt man einen riesigen zeitlichen Aufwand in eine klassische Kapitalbeteiligung. Der Crowdinvestor kann mit Spielgeld und sehr wenig Geld sich beteiligen.

    >Im Übrigen sieht man beispielsweise auch der >Informationsseite von Seedmatch zum Thema Returns an, dass >die Plattform kein besonders großes Interesse an Transparenz >zu diesem Thema hat. Dort sind keinerlei Details zu finden, >was der Investor bei welchen Exiterlösen tatsächlich >bekommen könnte.

    Ich würde Dir raten, auch die anderen Plattformen anzugucken. Man kann aber relativ leicht sich ausrechnen, was bei welchen Exiterlösen zu erwarten ist, da man ja bei den stillen Beteiligungen man genau weiß, welcher Unternehmensanteil welchen Wert haben könnte.

    Aber meine Wahrnehmung ist, dass das nichts zählt – die Start-Ups könnten auch drauf schreiben, dass sie über mehrere Jahre weder Rendite planen noch einen Exit vorhaben und würden sich trotzdem finanzieren.

    Das kannst Du Hype nennen oder Begeisterung für Unternehmertum oder Blase oder was auch immer – es ist vermutlich so, dass es reziproke Tendenzen gibt und sich die Crowdinvestoren gegenseitig verstärken in ihren Einschätzungen. Ob das zu Überbewertungen führt, wird sich in den nächsten Jahren sehen. Es wäre nicht schlimm, wenn es einige Startups geben würde, die auch Pleite gehen – das tut dem Lernprozess der Crowd.

    Meine Vermutung ist, dass es auch in den nächsten 5-10 Jahren Crowdinvesting-Plattformen geben wird, natürliche klassische Crowdfunding-Plattformen auch.

    Im übrigen werden wir das alles diskutieren mit den Plattformen und den Startups auf der Konferenz: “Future of Crowdfunding” in Berlin. Du bist herzlich eingeladen, dort mitzudiskutieren!

  7. Denis Bartelt
    19. März 2013 um 17:28

    Es ist wohl eher ein Plattform-Hype, als ein Crowdfunding-Hype! Es ist wohl immer so, wenn sich neue Modelle finden müssen. Wir müssen durch diesen Lernprozess. Crowdfunding wird es in den nächsten 10 Jahren geben, dann haben auch Banken passende Produkte gefunden, die auf dieses Konto einzahlen. Wetten?!

  8. klm
    19. März 2013 um 21:30

    Ich glaube auch, dass Denis Bartelt recht hat, wenn er sagt, dass es einen Plattform-Hype gibt, wenn man auf die Anzahl der Plattformen blickt und was diese abgesehen von Seedmatch, Companisto und Innovestment bisher zustande gebracht haben.

    Für mich ist das Thema Crowdfunding bekanntlich eher mit Briefmarkensammeln zu vergleichen. Dennoch glaube ich – und hier gebe ich Thomas Recht – machen Briefmarken mehr Spaß, wenn sie wirklich “Aktien des kleinen Mannes” sind und nicht irgend welche Darlehen. Deshalb bin ich quantitativ betrachtet bei den Crowdfundings auch aktiver im UK und in Schweden.

  9. Thomas Promny
    19. März 2013 um 21:33

    Denis, ich wette jedenfalls dagegen, dass Crowdfunding mit kommerziellem Schwerpunkt, also als alternative Investmentklasse bestehen wird. Denn wie gesagt, halte ich es für unmöglich, dass es positive Returns erzielt.
    Als Hobby/Spaß für unterstützenswerte Projekte, wie bei Kickstarter, kann ich es mir auch langfristig vorstellen.

  10. Florian Komm
    20. März 2013 um 16:43

    Ich freue mich, dass hier sehr sachlich diskutiert wird! Das ist in Deutschland leider nicht immer der Fall.

    Ich finde die kritische Betrachtung von Thomas im Zusammenhang mit dem Hype gut, auch wenn ich in vielen Punkte ehr die Sicht von Karsten teile.

    Ich glaube, dass wenn man Crowdfunding mit VCs etc. vergleicht, dann hat Thomas höchstwahrscheinlich recht. Wenn man aber die Perspektive verändert, dann ergibt sich grundsätzlich doch ein Daseinsberechtigung. Es gibt nämlich ein Vielzahl von Gründungen die überhaupt nicht ins “Beuteschema” von professionellen Investoren passen. Da geht es nicht um den Exit in dreistelliger Millionenhöhe. Dennoch können diese Unternehmen durch die Wachstumsfinanzierung durch die Crowd zu einem gut laufenden Unternehmen werden und so für alle Beteiligten gute Erträge erwirtschaften.

    Ich gebe Thomas recht, dass diese nicht so groß sein werden wie die Erfolge der VCs. Aber der Crowdinvestor muss ja auch kein Geld für seine Investoren verdienen und keinen Verwaltungsapparat unterhalten. Zudem investiert er i.d.R. deutlich kleine Beträge und kann so die möglichen Verluste leichter im Alltag ausgleichen.

    Über den wirtschaftlichen Erfolg des einzelnen Crowdinvestors wird, wie bei den Profis, die Auswahl der Unternehmen entscheiden.

    Ob die Plattformen überleben hängt von der Qualität der abgelieferten Arbeit bei der Auswahl der Unternehmen ab. Kein Mensch investiert in Unternehmen auf einer Plattform, die ein sehr schlechten Track-Record hat.

  11. Jakob Carstens
    21. März 2013 um 18:57

    “Zunächst mal sehe ich die Adverse Selection als großes Problem: Bei den Crowdfundern landen alle Startups, die bei VCs und Business Angels abgeblitzt sind. Das dürfte im Durchschnitt und auf lange Sicht kaum ein Indikator für überdurchschnittliche Qualität sein.”

    Dafür fehlt jeglicher Beweis – und die Qualität der Startups, die in den letzten Monaten bei Seedmatch an den Start gegangen sind, spricht auch eine vollkommen andere Sprache. Mehrere (!) Startups haben sich bewusst für ein Crowdfunding entschieden und Angebote von VCs abgelehnt. Im Übrigen haben etliche weitere Startups wie z.B. Front Row Society, Honestly, miBaby oder das heute gestartete Roomsurfer bereits hochkarätige Business Angels an Bord, die sich darüber freuen, dass die Crowd ebenfalls investieren darf und so dem Startup Bekanntheit und weiteres Kapital zukommen lässt.

    Dass die Qualität der Startups bei Seedmatch nicht unter dem Markt ist, zeigt auch die Zahl der Anschlussfinanzierungen, die kontinuierlich steigt. Neben BluePatent (Anschlussfinanzierung im August 2012), Smarchive (November 2012), LeaseRad (Dezember 2012) und foodieSquare (Januar 2013), Front Row Society (Februar 2013), Honestly (Februar 2013) wissen wir zudem von mehreren geplanten Anschlussfinanzierungen von auf unserer Plattform finanzierten Startups. Crowdfunding für Startups existiert zudem erst seit rund eineinhalb Jahren in Deutschland.

    “Ein weiterer wichtiger Grund, warum ich nicht glaube, dass Crowdfunding für Investoren ein gutes Geschäft sein kann, ist die Tatsache, dass die Erträge im Erfolgsfall begrenzt sind.” “Sie bringen im Fall eines großen Erfolgs weit weniger Return als es eine Kapitalbeteiligung getan hätte.”

    Sorry, Thomas, da hast du unseren Beteiligungsvertrag entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Die Erträge sind NICHT begrenzt. Unsere Investoren sind am Exit eines Unternehmens beteiligt. Darüberhinaus bieten wir unseren Investoren ein großes Renditepotenzial, selbst für den Fall, dass ein Unternehmen keinen Exit vollzieht, nämlich nach Ablauf einer Mindestbeiligungsdauer von in der Regel fünf Jahren. Danke für den Hinweis, dass dies offensichtlich noch nicht transparent genug gemacht wird. Wir werden weiter daran arbeiten, unseren Investoren unser Vertragswerk nahezubringen und Renditepotenziale aufzuweisen. Dies geschieht aber nicht nur unter Marketinggesichtspunkten, sondern vor allem in Hinblick auf rechtliche Belange.

    “Autoverkäufer und Hausfrauen, die in der BILD von Oli Samwer gelesen haben, wollen auch endlich mit dem Internet reich werden und stecken ihr Geld auf diesem Weg in Startups.”

    Das ist plakativ und diffamierend. Ein Autoverkäufer wird vermutlich viel eher das Geschäftsmodell des Carsharing-Startups carzapp verstehen als ein Investment Manager bei Bank/VC XYZ. Das ist das schöne am Crowdfunding: Wenn du glaubst, dass eine Idee zieht, dann kannst du sie unterstützten und am Ende davon profitieren.

    “Das sagt ja einfach die Erfahrung, dass mehr als die Hälfte der Gründungen scheitern. Also werden hunderte oder gar tausende der Kleininvestoren ihr Geld verlieren.”

    Natürlich scheitern Startups. Dieses Risiko bietet sich allen Investoren, die in ein Startup investieren. Daher machen wir unseren Investoren eindeutig klar, dass Sie nur solches Geld investieren sollten, dessen Verlust sie auch verkraften können, da es möglich ist, dass das gesamte Investment verloren geht. Dass man als Investor bei Startups häufig sein Geld verliert liegt in der Natur der Sache und ist definitiv nicht ein exklusives Phänomen von Crowdfunding. Bis dato ist übrigens keins der 33 Startups, die bei Seedmatch via Crowdfunding finanziert wurden, gescheitert. Das wird sicherlich nicht immer so bleiben, aber es zeigt schon, dass wir vielversprechende Startups auswählen. Und die andere Seite der Medaille wird doch sein: die andere Hälfte der Investoren geht mit überdurchschnittlichen Renditen nach Hause, wird das Kapital wieder anlegen, Freunden davon berichten etc. Wer heute ein Portfolio aufbaut, streut sein Risiko und kommt so mit einer entsprechenden Rendite raus. Unsere Investoren wissen das und wir animieren immer wieder dazu, verstärkt ein Portfolio aufzubauen.

  12. Coskun Tuna
    22. März 2013 um 11:07

    Thomas hat nicht so unrecht. Nach dem Hype kommt erst einmal die Ernüchterung. Scheint aktuell der Fall zu sein, wenn man sich mal auf den bekannten Plattformen die Fundings anschaut. Waren es eine Zeit lang Speedfundings, sind es jetzt Turtlefundings. Irgendwann wird sich jedoch auch hier eine Konzentration ergeben und es werden einige wenige konzentrierter investieren. Ganz weg von der Bildfläche wird das Modell nicht sein.

  13. Jakob Carstens
    22. März 2013 um 14:16

    Cos, zu deiner Wahrnehmung einige Hinweise:
    – ein Startup wie eTukTuk hat von der 60-tägigen Fundingdauer dermaßen profitiert, die haben jeden Tag von der Präsenz bei Seedmatch profitiert, Kunden darüber gewonnen und haben sich extrem darüber gefreut.
    – die Fundingsumme von früher 100.000€ auf 250.000€ zieht nach sich, dass man dafür auch mal länger braucht, das liegt in der Natur der Sache
    – es war immer unser Ziel, unseren Investoren eine Auswahl (!) an Startups präsentieren zu können. Wir haben jetzt 7 Startups, zwischen denen man wählen kann, da wird natürlich jedes Funding etwas langsamer
    – ein Rekordfunding in wenigen Minuten mag ein toller PR-Case sein, aber heute bleibt den Usern mehr Zeit, in Ruhe eine Entscheidung zu treffen – auch für die User ein Zugewinn als Komfort

  14. Burkhard Schneider
    22. März 2013 um 15:37

    Gut gebrüllt Thomas,

    wenn Du den Artikel geschrieben hast, um auf Dich aufmerksam zu machen, hast Du die Note 1 verdient.

    Ansonsten drei Anmerkungen:

    1. Crowdinvestingplattformen können sich weiter entwickeln und auch aus Fehlern lernen :-)
    2. Crowdinvesting ist eben viel mehr als Investing, der Crowdsourcingeffekt sollte nicht unterschätzt werden.
    3. Die Zukunft gehört dem CoFunding. Crowdfundingplattformen, die auf dieser Klaviatur spielen, werden nachhaltig Erfolg haben.

    Crowdinvestingplattformen sich auch nicht anders als andere innovative Plattformen. Erst werden sie belächelt, dann bekämpft und dann umarmt. Derzeit befinden wir uns in Phase 1 bis 2.

  15. Mateo Freudenthal
    22. März 2013 um 17:29

    Lieber Thomas,

    aufgrund deiner beruflichen Tätigkeiten kann ich deine Sorgen zum Aufstreben alternativer(und atraktiverer) Finanzierungsformen voll und ganz nachvollziehen.

    Viele Angels und kleine VCs, die uns teilweise schon nach dem ersten Telefonat unterschriebene Termsheets zugesendet haben, haben versucht uns mit ähnlichen Argumenten von der Schwarmfinanzierung fern zu halten.

    Nach deiner Aussage wissen die Experten des Internets wie große VCs, Angels oder Google besser als Microinvestoren welche Teams und Ideen den Durchbruch machen und welche nicht. Da CF super jung ist gibt es keine Daten die das widerlegen, aber ebenso wenige welche auf welchen deine Aussage gestützt ist.

    Wie du weisst habe ich meinen Einstieg in die Start-Up-Welt im Managamenteam eines renomierten Hamburger Start-Ups in welches ein Inkubator, mehrere Angels und bekannte VCs mehrere Millionen Euro gepumt haben. Preprodcut, ohne Proof, ohne Track-Record. Glaub mir, alle kochen nur mit Wasser.

    Meiner Meinung nach ist der Riecher von 270 Investoren(das ist die Anzahl die wir bis jetzt drin haben- es werden täglich mehr) deutlich schärfer als der von wenigen Experten welche nicht ihr eigenes Geld investieren. Dafür gibt es Daten: zum Beispiel Google&DailyDeal.

    Weiter spüren wir die Vorteile einer Crowd- Netzwerk, Support, Feedback, Empfehlungen, Heavy-Usern, jeden Tag.
    Damals in Hamburg war es eher Druck ein Reporting zu erstellen oder Druck nicht-zielführende Kennzahlen einzuhalten was wir gespürt haben.

    Crowdfunding wird sich nicht nur als attrativste Finanzierungsform für manche Start-Ups entwickeln, sondern mit den ersten großen Erfolgen schon bald beweisen eine sehr attraktive Investitionsform für Anleger zu sein- welche selbst Risiko und Retrun bestimmen werden.

    Ich halte dich für einen äußerst kompetenten Mann in der digitalen Welt. Dein Interesse für die Szene zeugt außerdem das hinter deinen Fähigkeiten auch eine Leidenschaft steckt. Dich als Teil unserer Crowd zu haben würde mein Unternehmen beflügeln. Deshalb meine Einladung:
    Werde Teil der Honestly-Crowd:
    http://www.seedmatch.honestly.de

    Ehrliche Grüße aus Karlsruhe

    Mateo Freudenthal

  16. Rob
    22. März 2013 um 19:04

    2x bei Seedmatch StartUp investiert und 2x nach rund 6 Monaten erfolgreich und mit 25% Gewinn das Investment zurückgeholt weil ein großer Investor an Bord kam der die Kleinen raus haben wollte…
    Man muss halt schauen wo man mit ischt.

  17. Torsten Schreiber
    23. März 2013 um 14:23

    Hallo Thomas,

    es ist nicht verwunderlich, daß ein VC/BA Crowdbashing betreibt :) Dennoch sehe ich Crowdfunding, auch equity based nicht nur auf der Kapitalseite oder als “Asset-Klasse”.

    Klar geht es vordergründig um “Kapital” einsammeln, deshalb ist Seedmatch hier auch nicht unbedingt das Paradebeispiel für Crowdfunding.

    Viel wichtiger ist der Aspekt der Bühne, die Crowdfunding einem Startup bietet. Deshalb sollten Fundings imho auch länger dauern, oder z.B. durch eine längere Vorstellungsphase gehen.

    Startups sind mit vielen kleinen Unterstützern und Multiplikatoren besser bedient als mit einem einzelnen Businessangel, der sich zudem mit Ordner-dicken Verträgen absichert.

    Ich wünsche mir, daß Crowdfunding Entrepreneurship in “Bürgerhände” legt und es nicht professionellen BA´s überlässt über die Chance “Unternehmer” zu sein, zu entscheiden.

    Crowdfunding bietet gesellschaftlich große Chancen sich unabhängig zu machen von bestehenden Strukturen, Seilschaften und “Kapital”.

    Insofern hoffe ich sehr, daß deine Prognose falsch ist und in 2 Jahren eher Banken zu machen als Crowdfunding-Plattformen :)

    Ahoi
    Torsten

  18. tom
    23. März 2013 um 16:05

    1.)
    Ja…Logo…Crowdinvesting mit Hoenträger und Gürtel, am besten noch mit einer Sicherheitsklammer an der Ferse betrachten…alles im Konjunktiv mit dem Tenor es könnte…. :-)beurteilen.
    2.)
    Ja..Logo….Crowdinvesting, als was Neues mit überschaubarem Risiko…ab schon 100 Euronen…kann ER/SIE Investor werden. Spannend allemal und mit Risiko gewürzt sowieso…kein Sparbuch kann das leisten :-) da schmelzen die Euronen und das Risiko ist Systemrelevant :-)
    3.)
    Ja…was fehlt? Warum bieten die Banken nicht selbst das Crowdinvesting an ?
    4.)
    Ja….dann müssten die DENKEN :-) NIX FINANZINDUSTRIE PRODUKTE …Rein – FIX in WIRTSCHAFTEN by REAL…
    5.)
    Ja…wir machen das [ so geht ne aktuell Bankenwerbung]
    6.)
    Ja…das mit dem Geld müssen DIE aber noch üben :-)
    7.)
    [Humor anlassen]….Mitmachen… siehe 2.) :-)

  19. Adrian Porger
    24. März 2013 um 12:45

    Wer sagt eigentlich das Crowdinvesting auf Start-Ups begrenzt ist?
    shameless plug @ http://www.united-equity.de gibts solide KMU als Direktinvestment. Da geht es um gute Renditen mit lokalem Bezug. Ganz “uraltes” genossenschaftliches Gedankengut mit internet-power! :-)

  20. Andreas Frank
    25. März 2013 um 17:47

    Das grundlegende Problem des Artikels ist die fehlerhafte Verwendung der Begrifflichkeiten.

    Sie schreiben “Ich glaube nicht, dass es Crowdfunding in 2-3 Jahren noch geben wird.”. Den Ausführung folgend, meinen Sie jedoch nicht Crowdfunding, sondern Crowdinvesting.

    Eines dürfte sehr sicher sein, Crowdfunding wird in zwei, drei Jahren nicht tot sein. Im Gegenteil. Die ursprüngliche (!) Idee, die hinter dem CrowdFUNDING steckt, wird sich noch mehr verbreiten. Alleine deshalb schon, dass durch den Alterungsprozeß der nicht netzaffine Teil der Gessellschaft kleiner wird.

    Das CrowdINVESTING hingegen wird in ein paar Jahren ein anderes Gesicht als heute haben. Die gesetzlichen Limits werden schon heute – etwas trickreich – umgangen; Banken fangen an, diesen Teil des Marktes zu analysieren (was spannend wird, da sich Crowd und Bank widerspricht) und eigene Konzepte zu entwickeln, gegen die Nachteile bei Anschlußfinanzierungen sind die ersten Modelle auf dem Markt – das Modell ist in Bewegung.

    Von daher kann man sagen, ja, Crowdinvesting ist in ein paar Jahren tot. Getreu dem Motto “Der König ist tot, es lebe de König.”. Es ist eine Definitionsfrage, ob man die dann daraus entstandenen Formen noch als Crodinvesting bezeichnen möchte.

  21. Niiu, Telekom, Nokia. — mobilbranche.de
    26. März 2013 um 14:05

    […] vor seinem Ende. Bei den Crowdfundern landeten alle Startups, die anderweitig abgeblitzt sind. thomas.promny.de via […]

  22. Guido Sandler
    27. März 2013 um 16:14

    Lieber Thomas,
    ich teile Deine kritsche Einschätzung, was Crowdfunding in der Seed Phase angeht. Gerande in der Seed Phase benötigen die Teams die Unterstützung von Angels oder Inkubatoren, die sie beim Aufbau des Unternehmens unterstützen. Die Crowd kann beispielsweise nicht beim Aufbau eines Rechnungswesen helfen. Auch bin ich der Auffassung, das Nachrangdarlehen in der Seed Phase nicht angemessen sind: Die Investoren haben das volle Verlustrisiko aber nur eine begrenzte Gewinnchance. Die Unternehmen werden am Ende der Laufzeit von i.d.R. 5 bis 7 Jahren mit einem Rückzahlungsanspruch der Investoren konfrontiert. Aus gutem Grund geben Profis in dieser Phase keine Kredite in Form von Nachrangdarlehen, Stille Gesellschaft oder partiarischem Darlehen sondern geben Eigenkapital um volle Chance mit vollem Risiko in die Waage zu bringen.
    Die gute Nachricht ist, dass die Early Movers in der Crowdfunding Scene bewiesen haben, dass es Risikokapital bei Privatanlegern gibt und das mittlerweile Unternehmensfinanzierung über das Web möglich ist. Alle bisherigen Anbieter im deutschen Markt bieten Fremdkapitalprodukte an. Sie können auch nicht anders, da für die öffenltiche Platzierung von Eigenkapital eine Erlaubnis der BaFin erforderlich ist. Ich finde das die Anbieter im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen tollen Job gemacht haben.

    Nun gilt es, das Angebot weiter zu entwickeln: Privatanlegern muss eine Eigenkapitalbeteiligung angeboten werden, damit sie fair und gleiberechtigt behandelt werden. Am besten eignet sich die Aktien. Die Aktie ist ein Wertpapier wie ein Geldschein und kann genauso einfach übertragen werden. Der Investor muss schnell und flexible auf Entwicklungen in den Unternehmen und den relevanten Märkten reagieren können. Laufzeiten von 5 bis 7 Jahren sind ungeeignet. Deshalb ist ein Aktienhandel, der wie an einer Börse täglich funktioniert, erforderlich. Die Crowd kann einen viel besseren Beitrag leisten, wenn sich das Unternehmen in der Phase der Markterschließung /Marktdurchdringung befindet. In dieser Phase können die Mitgesellschafter über ihre sozialen Netzwerke als Mutliplikatoren für “Ihr” Unternehmen wirken und helfen die Bekanntheit und damit den Umsatz zu steigern. Entsprechend sollten die Unternenehmen den Proof of Principal erbracht haben. Das heißt Kunden müssen für Produkt oder Dienstleistung Geld bezahlen. Zu diesem Zeitpunkt ist die hochriskante Phase der Produktentwicklung abgeschlossen. Das gibt eine höhere Erfolgswahrscheindlichkeit. In dieser Phase benötigen die Unternehmen aber weit mehr als € 100.000, die in der Regel bei Privatplatzierungen angeboten werden. Ich meine, ab € 2 Mio. fangen die Beträge an, die für die erste Markterschließung erforderlich sind.

    All diese Überlegungen sind in das Konzept der BERGFÜRST AG eingeflossen. Wir haben eine Erlaubnis der BaFin, damit können wir Aktien Platzieren. Wir haben die Erlaubnis der BaFin einen elektronischen Handelsplatz zu betreiben, damit schaffen wir Liquidität. Wir werden Emissionen mit einem Volumen von mehr als € 2 Mio. für junge Wachstumsunternehmen durchführen.

    Damit entwickeln wir das Crowdfunding eine Stufe weiter hin zum Crowdinvesting. Der logische Schritt.

    Ich gehe davon aus, dass Finanzierung über das Web eine ähnliche Entwicklung wie e-commerce nehmen wird: In wenigen Jahren werden selbstverständlich große Teile der realwirtschafltichen Finanzierung über das Web abgewickelt. Die Zahlungsabwikclung ist der erste Schritt. Corwdinvesting zieht nach. Wie fragt die Commerzbank in ihrem aktuellen Werbespot: “Braucht Deutschland eine Bank, die einfach so weiter macht”. Ich sage nein!

  23. Ingo Schröder
    28. März 2013 um 10:12

    Hallo Thomas,

    rein aus betriebswirtschaftlicher Sicht hast du sicherlich recht. Was du aber in deinem interessanten Artikel weitgehend vernachlässigst, sind die Interessen und die Möglichkeiten der beim Croudinvestment beteiligten Parteien.

    Die Plattform – will natürlich Geld verdienen – was offensichtlich auch recht gut funktioniert, da ca. 10% vom eingesammelten Kapital in der Regel bei der Plattform landen.
    Dafür bietet sie aber auch einen sehr einfachen Einstieg in den Investmentbereich – vor allem für Leute, die ihr Geld nicht mit Investments verdienen wollen oder müssen.

    Die Investoren – haben in der Regel keine andere Möglichkeit, um mit kleinen Summen im Startup-Bereich zu investieren. Die Leute verstehen sich als Hobby-Investoren, das Kapital tut ihnen nicht weh auch wenn es vielleicht verloren geht – bei der Bank bekommen sie im Moment 1-2% Zinsen – wenn überhaupt. VCler und BAs sind Profi-Investoren – deren Ziel liegt ganz klar in der Gewinnmaximierung.

    Das Startup – will vielleicht gar keinen BA oder VC weil die Gründer keine Nerds oder vollkommen Anungslose sind, sondern selbst Skills und viel Erfahrung mitbringen. Zudem muss man bei VC und BA einen gehörigen Anteil seiner Firma abgeben – daran haben Gründer natürlich kein Interesse. Das entscheidende beim Croudinvesting ist aber (wie bereits erwähnt wurde) nicht das Kapital, sondern der PR-Effekt. Allein das wird vielleicht in absehbarer Zeit dazu führen, dass auch BAs und VCler ihren Startups ein Croudinvestment ans Herz legen, auch wenn eigentlich gar kein wirklicher Kapitalbedarf besteht.

    Nicht jedes Produkt oder jede Dienstleistung ist für ein Croudinvestment geeignet. In Deutschland entwickelt sich aber gerade etwas, das durchaus für eine neue Investment-Kultur taugen kann. Das Croudinvestment in 2 oder 3 Jahren tot ist glaube ich nicht. Vielmehr wird es laufen, wie es immer läuft: Hype, Wachstum, Marktsättigung, Konsolidierung und am Ende bleibt ein etabliertes Produkt im Investment-Bereich mit einigen größeren Playern, die dafür sorgen werden, dass Croudinvesting auch in 5 oder 10 Jahren noch eine Alternative für Startups ist.

  24. Jakob Carstens
    29. März 2013 um 11:05

    “Die Investoren haben das volle Verlustrisiko aber nur eine begrenzte Gewinnchance. Die Unternehmen werden am Ende der Laufzeit von i.d.R. 5 bis 7 Jahren mit einem Rückzahlungsanspruch der Investoren konfrontiert. Aus gutem Grund geben Profis in dieser Phase keine Kredite in Form von Nachrangdarlehen, Stille Gesellschaft oder partiarischem Darlehen sondern geben Eigenkapital um volle Chance mit vollem Risiko in die Waage zu bringen.”

    Die Aussage ist schlichtweg falsch. Wie wir hier (http://blog.seedmatch.de/?p=7659) klar formuliert haben, besitzen Investoren bei Seedmatch zwei wesentliche Renditepotenziale:

    – Exit-Beteiligung im Prinzip wie ein Business Angel: Anteil x Exiterlös
    – Wenn kein Exit erfolgt: Kündigung des Vertrags zum Ende der Vertragslaufzeit, bemessen an EBIT oder Umsatz (Multiple-Berechnung)

    Das sind marktübliche Renditechancen, die es vorher für einen Privatinvestor nie auf diesem einfach Weg gegeben hat. Es findet also keine Deckelung statt.

    Davon mal abgesehen haben die Startups die Möglichkeit, die Darlehen nach und nach zurück zu zahlen (“Abschmelzen”), zumal die Auszahlung selbst bei einem Investor natürlich nicht an einem Tag stattfindet, sondern über vier Quartale gestreckt. Jedes Startup weiß das von Beginn an und kann seine Rückzahlung einplanen.

    Der stetig wachsende Erfolg von Seedmatch spricht eine andere Sprache als, dass Crowdfunding in der Seedphase nicht erfolgreich sei.

    Herzliche Grüße
    Jakob Carstens
    Head of Marketing
    Seedmatch

  25. Crowdinvesting – Lohnt sich das?
    31. März 2013 um 18:03

    […] zwar noch nicht so viele harte Erfahrungen in diesem Thema, aber ich teile im Großen und Ganzen die Meinung von Thomas, dass es in den kommenden Jahren viele traurige Gesichtern bei den heutigen Investoren geben wird. […]

  26. CP
    1. April 2013 um 12:01

    die Frage bei CF ist m.E. nicht die ALTERNATIVE zu Großinvestoren, sondern die Frage der Größenordnung.
    Nicht jedes Unternehmen muss in den Abermillionenbereich vorstoßen, manche “retieren” als solides bread&butter business bereits bei relativ geringen Umsatzzahlen.
    Wenn bei 1 Mio Investition binnen 2 – 3 Jahren solide 10-20% Jahresrendite auf längere Sicht hängenbleiben, ist das doch kein schlechtes Geschäft.
    Es wird viel zuviel Fokus aus den Geldregen beim EXIR gelegt – schon VOR dem Invest denken Viele an die beste Exitstrategie.
    Gesucht sind aber gerade für kleine und mittlere, solide Unternehmen dauerhafte, einschätzbare und langfristige Finanzierungspartner. Dies KÖNNTE CF listen, wenn es die Betreiber so anlegen würden, was mir bislang kaum auffällt.

  27. Andreas Wieland
    3. April 2013 um 08:28

    Der Artikel scheint auf den ersten Blick stimmig und logisch. Andererseits vernachlässigt er den Faktor “Information”, der schon so manche neue Geschäftsmodelle im Internet geschaffen hat.
    Welcher Kleinanleger hat denn überhaupt die Chance, bei den großen VC Spielern auch nur ansatzweise als Investor ernst genommen zu werden?
    So bringt Crowdfunding Liquidität und Kreativität zusammen, was vor der Internet-Ära unmöglich gewesen wäre.
    Information schafft hier Markttransparenz und führt bei den Investments zu einer Mengenaufteilung, die gerade für Kleinanleger interessant sein könnte.

  28. Jakob Carstens
    12. April 2013 um 14:56

    Abschließend: http://www.seedmatch.de/aoterra dürfte das Urteil, Crowdfunding sei nur was für die “zweitbesten” Cases, doch endgültig widerlegen.

    Grüße
    Jakob

  29. Crowdfunding- so geht's
    1. Juli 2013 um 17:57

    […] und Investor Thomas Promny hat das Thema Crowdfunding bereits ad acta gelegt und in seinem Beitrag ‘take the money and run’ plausibel erläutert, warum es sich dabei um einen Hype handelt, der bald sein Ende finden muss. […]

  30. Crowdfunding
    6. Januar 2014 um 09:37

    […] der Internet-Unternehmer Thomas Promny über seine Erfahrungen mit dem Thema. Sein Blogpost ‚Take the money and run’ sorgte für Wirbel in der Szene, weil er vor dem Overhype des Themas […]

  31. Sami
    14. Januar 2014 um 17:15

    Hallo,

    also die Dinge treffen nicht auf die Crowdinvesting Plattformen wie http://www.bettervest.de zu.
    Da es hierbei ja nicht um Start-Ups bzw. nicht nur um Start-Ups geht um diese zu finanzieren, sondern um Büros, Läden oder ähnliches welche enorme Stromkosten haben und diese senken möchten, und die Ersparungen quasi an die Crowd abgibt.

  32. Crowdinvestments - Seriös oder Heizdeckengeschäft? » toptestsieger.de - Die besten Tests und Testsieger
    22. August 2014 um 16:13

    […] Empfehlenswert zu diesem Thema ist übrigens auch der Artikel von Thomas Promny über Crowdfunding. […]

  33. Daniel
    22. August 2014 um 16:30

    Hier auch nochmal meine Meinung zum Thema

    http://www.toptestsieger.de/crowdinvestments-serioes-oder-heizdeckengeschaeft-companisto-myparfum/

Kommentar abgeben:

Powered by WP Hashcash

Interessante Beiträge

Warum Email nach wie vor der Mittelpunkt meiner Kommunikation ist – und bleiben soll

Email wird ja seit mindestens 10 Jahren regelmäßig wieder für tot erklärt. Firmen errechnen, wie […]