Evolution statt Revolution


Die meisten potenziellen Unternehmensgründer sehen sich mit der Frage konfrontiert, ob sie ein bestehendes Geschäftsmodell kopieren wollen oder ein neues erfinden. Die sich gegen das Copycat-Business entscheiden, glauben oftmals, die Welt völlig neu erfinden zu müssen. Sie suchen nach einem absolut revolutionären Geschäftsmodell, das noch nie dagewesen ist und das dennoch die Welt beherrschen soll.

Von der Natur und der Geschichte lernen

Danke für das Bild an Ibo Evsan

Danke für das Bild an Ibo Evsan

Ich bin großer Fan der Evolution. Oberflächlich ist die Theorie des „Survival of the fittest“ jedem bekannt, aber ich kann empfehlen, sich etwas detaillierter mit der Evolution und ihren vielfältigen Lehren für unser Leben und auch unser Geschäft zu befassen. In ihr stecken viel mehr relevante Erkenntnisse als nur, warum sich bestimmte Schnabelformen bei Vögeln entwickelt haben.
In der Naturgeschichte gibt es keine bekannten Beispiele für plötzlich auftretende und revolutionär neue Lebensformen. Das ist auch technisch gar nicht möglich, denn die Natur kann im Rahmen der Evolution nur kleine Veränderungen entwickeln und diese, wenn sie sich als nützlich erweisen, schrittweise weiter entwickeln. Aber es entsteht natürlich kein ausgewachsener Riesen-Dino aus einer winzigen Echse einfach innerhalb einer Generation.

Was heißt das für’s Business?

Es gibt mit Sicherheit Ausnahmen, aber wenn man sich einige der derzeit erfolgreichsten Internetunternehmen anguckt, sieht man schnell, dass es unter ihnen keine revolutionär neuen Ideen gab sondern nur evolutionäre Weiterentwicklungen bereits erfundener Produkte und Geschäftsmodelle:

  • Google war nicht erste Suchmaschine
  • Facebook war nicht das erste Social Network
  • Zalando war nicht der erste deutsche Modeshop
  • Amazon war anfangs auch nur ein ins Internet „übersetzter“ Bücherbestellkatalog

Alle haben aber gemein, dass sie ihr Gehirnschmalz nicht darin investiert haben, ein völlig neuartig revolutionäres Produkt zu entwickeln, sondern sie haben sich total darauf fokussiert, ein bekanntes Produkt so entscheidend zu verbessern, dass es wesentlich größer und erfolgreicher werden kann als die jeweiligen Vorläufer.
Im Übrigen haben all diese Unternehmen gemeinsam, dass sie sich auch in sich kontinuierlich evolutionär weiter entwickeln um sich den „Umweltbedingungen“ besser anzupassen und stärker, also profitabler, zu werden. Ähnlich wie in der Natur geschieht auch das in Form von Experimenten in bestimmten neuen Geschäftsbereichen, die genau wie natürliche Mutationen meistens, scheitern können oder, im Erfolgsfall, weiter entwickelt werden.

Wie erfolgreich sind die Revolutionäre?

Es gibt dennoch auch immer wieder angeblich revolutionär geniale neue Internet-Geschäftsideen, doch mir fallen beim besten Willen keine ein, die auch wirklich erfolgreich geworden sind. Völlig neuartige Produkte, wie beispielsweise Amen, scheitern meistens daran, dass sie einfach kein Mensch braucht und die weltweite Zielgruppe am Ende nicht viel größer ist als die kleine Schar Hipster, die es sich ausgedacht haben.





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Ein Kommentar zu “Evolution statt Revolution”

  1. Julian
    4. April 2013 um 12:35

    Interessanter vergleich: Spricht für Innovation in bestehenden Unternehmen. Ich frag mich ob Revolutionäre nicht auf einer anderen Ebene, langfristig gesehen evolutionär handeln? …sie machen ein Experiment mit der Hoffnung ein Problem zu lösen oder Bedürfniss zu stillen. Nur, dass in Ihrem Fall ein Scheitern das Aus für die Firma bedeuten kann.

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